Weihnachtsplakat

Weihnachtszeit ist Animationszeit

Kathleen hat keine Kosten und Mühe gescheut, um euch zu erklären, wie sie den heißbegehrten Animationsfilm zum Weihnachtsplakat-Wettbewerb gemacht hat.

Die folgende Anleitung ergibt nur einen groben Leitfaden, da das Thema zu komplex ist, um bis ins Detail beschrieben werden zu können.  Die Programme sollten etwas bekannt sein.
In Photoshop habe ich die einzelnen Bilder gezeichnet und koloriert – im format 788×576 pixel bei max.150 dpi (Größe und dpi sollten alle Dateien gleich haben). Mit Bildern meine ich, dass der Hintergrund (Häuser), der Weihnachtsmann und all seine Begleitgegenstände getrennt von einander erstellt wurden.
Jede Bewegung hat ihre eigene PS-Datei bekommen, die aus einzelnen Layern besteht. Eine Bewegung wäre z.B. das Fliegen oder Bücken des Weihnachtsmannes, das Sequenzen der Schrift – die einmal in weiß und exakt die gleichen Formen noch einmal in rot koloriert wurden. Das heißt, dass viele Zeichnungen (bei mir insgesamt ca. 520) Stück für Stück die Veränderungen mit sich bringen. Manche Bewegungen, wie das Laufen oder Fahren, werden als ein Bewegungsablauf erstellt und dann später im after effects wiederholt.

Damit komme ich zu after effects. Dort kann man die PS-Dateien mit ihren Ebenen reinladen. Die Layer sollten hier als “ footage – Sequenz” oder als “Komposition mit Ebenen” importiert werden. Wenn man eine Sequenz lädt, ist es ratsam in den “Einstellungen” die Dauer der Einzelbilder festzulegen. Lädt man die Ebenen als Komposition, dann kann man flexibel bestimmen, wie lange solch ein Ebenenbild zu sehen sein soll (ist aber mehr Arbeit). Gruppenordner werden als Kompositionen interpretiert, wo man die Grundeinstellungen einrichtet, wie Länge und Ausmaße. Denen untergeordnet, aber einzeln editierbar, sind die Layer aus PS.
Aus PS werden die Größen der Dateien übernommen, das heißt wir bekommen ein Filmformat von 788×576 Pixeln, welches ein gutes Format für Filme ist, die am Rechner angeschaut werden sollen.
Wenn man alles im after effects hat, komponiert man die einzelnen Layer oder Kompositionen untereinander, in dem man Bild für Bild oder Komposition für Komposition mit keys belegt, in denen definiert wird, was die Einzelelemente tun sollen (Sichtbarkeit, skalieren, drehen, bewegen).
Falls ein Ton verwendet wird, den vorher auch ins Programm laden und anhand der Tonkurven schauen, wann eine Animation beginnen/enden soll.
Immer wieder anschauen, was man gerade gemacht hat. Das heißt die Space-Taste bedienen, um zu sehen, ob die Animationen gut aussehen. Soll die vorhandene Animation in Echtzeit (mit Ton) gezeigt werden, kann man mit der Null-Taste des Nummernfeldes den Ram-Player aktivieren.
Und wenn dann irgendwann mal alles so aussieht, wie es sein soll, kann man den Film rendern. Beim Rendern sollte man sich entscheiden, ob man ein “avi” oder “mov” erstellen möchte und welchen Codec man braucht, um den Film in die richtige Größe (kb, mb, gb) zu bekommen.

Ganz wichtig immer speichern!!!!! Und nie alles in die gleiche Datei reinarbeiten, immer wieder “speichern unter” nutzen, das gilt vor allem für die af-Dateien. Dann kann man, wenn mal alles daneben gegangen ist, zu einer älteren Version zurückkehren.

Wenn das alles passiert ist, wird viel Zeit ins Land gegangen sein. Mein Film hat einen Monat gebraucht.
Jeder Film braucht seine Zeit und vor allem auch Konzentration, oftmals wird man während der Zeit der Filmerstellung von Familie und Freunden vermisst, da man nur noch vor dem Computer sitzt. Aber wenn er fertig ist, dann freut sich jeder über das schöne Ergebnis ;o)

Zum Schluss sei noch gesagt. Damit solch eine Animation entstehen kann, sollte man ein Storyboard entwickeln, wo man ablesen kann, was wann wie auszusehen hat und wie lange es zu sehen ist. Aufgrund dessen entscheidet man, was wird gezeichnet, was wird im after effects erledigt.
Wenn man im Team arbeitet, müssen unbedingt die Eckpunkte festgelegt werden (wer macht was wie), jeder bekommt das Storyboard und immer wieder treffen und abgleichen, was noch zu tun ist.
Auch ist wichtig, dass man eine gute Beobachtungsgabe hat, wie bewegt sich wer und vor allem wie schnell. Nicht scheuen oftmals in den spiegel zu schauen, Grimassen ziehen und diese abzeichnen.

Jeder hat eine individuelle Auffassung und Gabe zur Umsetzung – jeder arbeitet nach seinem Geschmack!
Wichtig ist: Spaß zu haben und die Lust einen Film entstehen zu lassen!

In diesem Sinne frisch ans Werk und viel Glück dabei!
Kathleen

Hier das Filmchen in ganzer Länge:

http://www.youtube.com/watch?v=dekgUJDASPM



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