AUsbildung neben Kindererziehnug

Ausbildung mit Kind

Kind und Ausbildung unter einen Hut bringen? Das ist für viele Frauen eine große Herausforderung. Denn nicht alle Arbeitgeber nehmen auf die Probleme von Müttern Rücksicht. Da ist Organisationstalent und viel Durchhaltevermögen gefragt. Wir sprachen mit Marie Luisa Paul, einer Umschülerin der Cimdata Medienakademie im Bereich Mediengestaltung in Digital und Print und alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Mädchen (4 und 5 Jahre alt) über die Schwierigkeiten, mit denen sie sich als Mutter einerseits und als Auszubildende andererseits, täglich konfrontiert sieht:

Wie ist es für dich, deine Kinder jeden Tag in die Kita zu bringen mit dem Gedanken, dass du sie erst abends wiedersehen wirst? Hast du deswegen manchmal ein schlechtes Gewissen?

Ich würde es nicht als schlechtes Gewissen bezeichnen, aber einfach als eine extreme Umstellung. Bis ich mit der Umschulung bei cimdata angefangen habe, standen meine Mädchen eigentlich immer im Fokus meines Tagesablaufs. Ich habe eine recht lange Mutterzeit in Anspruch genommen, damit ich sie jeden Tag von der Kita abholen konnte und wir dann mehr Zeit zusammen verbringen konnten. Seit ich hier bei cimdata bin, geht das natürlich nicht mehr. Meine Beiden gehen deswegen nach der Kita meist noch zu einer Freundin, bis ich sie gegen 18 Uhr abholen kann. Natürlich sind sie dann sehr aufgedreht und möchten ihrer Mama viel erzählen. Das ist manchmal wirklich schwer für mich, weil ich nach so einem langen Tag auch müde und erschöpft bin. Aus diesem Grund plane ich das Wochenende vollständig für meine Kinder ein und fahre am liebsten in die Natur mit ihnen.

Das hört sich ja fast so an, als hättest du zwischen Schule und „Muttersein“ gar keine Zeit um etwas für dich zu machen bzw. den Stoff der Ausbildung zu wiederholen und zu festigen. Siehst du einen großen Nachholbedarf des Unterrichtsstoffs oder sagst du, „das mache ich doch mit links, gar kein Problem für mich“?

Um ehrlich zu sein habe ich tatsächlich eine Menge Stoff nachzuholen. Denn einerseits fehlt mir einfach die nötige Zeit um zu lernen, da ich mich nicht allein auf die Ausbildung fokussieren kann, sondern gleichzeitig noch sehr vielen mütterlichen Verpfichtungen nachzugehen habe. Andererseits habe ich leider nicht wenige Fehltage aufgrund der einfachen Tatsache, dass Kinder oft und schnell krank werden und ich in so einem Fall natürlich bei ihnen bleiben möchte. Da das Wochenende als potentielle Lernzeit auch wegfällt, muss ich die anstehenden Sommerferien nun für eine intensive Stoffwiederholung nutzen.

Kommen dir denn die Dozenten hier bei cimdata in dieser Hinsicht entgegen?

Defintiv. Sie sind sehr verständnisvoll und wenn ich wirklich mal nicht mitkomme, kann ich ohne Probleme zu ihnen gehen mit meinen Fragen.

Trotzdem kommt im nächsten Jahr eine große Aufgabe auf dich zu, die es zu bewältigen gilt: Hast du schon eine Art „Masterplan“ für die Abschlussprüfungen?

(Lacht.) Du bist sehr zukunftsorientiert. Aber ja, ich habe tatsächlich eine Art „Masterplan“ für das nächste Jahr. Und zwar ziehe ich in Kürze in eine „Mutter-WG“ in Pankow zusammen mit anderen Müttern. Der Plan ist, dass wir uns gegenseitig unterstützen und zum Beispiel mal die Eine das „Ins-Bett-Bringen“ übernimmt und umgekehrt. Ich hoffe, dass mir dadurch mehr Zeit zum lernen bleibt und ich mich gut auf die Prüfungen vorbereiten kann.

Das klingt in der Tat ziemlich gut. Ich würde dir gerne noch eine Frage zu einem anderen thematischen Schwerpunkt stellen. Und zwar wird häufig über die mögliche Finanzierung einer Ausbildung mit Kind in der Öffentlichkeit diskutiert. Ist dies auch ein Thema bei dir oder bist du gut abgesichert?

In Hinblick dessen habe ich wirklich großes Glück, da ich mir eine Art Finanzierungsbaum aufgebaut habe. Also ich kann mich jedenfalls nicht beklagen!

Und zu guter Letzt noch der altbekannte Blick in die Zukunft: Wie soll es bei dir nach der Umschulung bei cimdata weitergehen? Hast du bereits konkrete Vorstellungen, in welcher Branche du tätig werden möchtest?

Und ob. Eigentlich bin ich schon immer begeistert von der Modebranche, und zwar von den individuellen Labels die sich vom Mainstream abheben. Deshalb habe ich seit der Schulzeit immer wieder im Zuge von Praktikas in diese Branche „reingeschnuppert“. Mithilfe dieser Ausbildung möchte ich meine Fähigkeiten im Bereich Modedruck, Grafiken, Logos entwickeln und Indesign dahingehend ausweiten und verbessern, dass ich danach in diesem Berufsfeld Fuß fassen kann.

Wow, das hört sich total spannend an! Wir wünschen dir bei deinem Weg weiterhin viel Erfolg und hoffen, dass deine Zukunftspläne in Erfüllung gehen werden!


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