Anti Hass-Propaganda

Propaganda auf Facebook?

Der Begriff der Propaganda ist in unserer modernen Kommunikationsgesellschaft negativ konnotiert und wird häufig mit Diktaturen assoziiert. Jeder hat eine grobe Vorstellung davon, was hinter diesem Wort steht: Beeinflussende Kommunikation, für die die Norm der wahrheitsgemäßen Information nicht gilt und die mit emotionalisierten sowie einfachen Mitteln der Kommunikation arbeitet. Auch wenn man davon ausgehen kann, dass es in demokratischen Systemen nicht zum gezielten und manipulativen Einsatz von Propaganda kommt, ist diese jedoch nach wie vor präsent: Und zwar zunehmend in den sozialen Netzwerken des Internets in Form von Hass-Propaganda. Diese zielt in erster Linie darauf ab, gegen Menschen anderer Kultur, Religion, Herkunft, sexueller Orientierung oder anderer Länder ein intensives Gefühl der Wut und des Zorns zu schüren. In jüngster Vergangenheit nutzen extremistische Organisationen im In- und Ausland soziale Netzwerke zur Verbreitung totalitärer Ideologien. Dazu werden Bilder und Videos verwendet, die schockierende Gewaltdarstellungen oder manipulative Bild- und Musikmontagen enthalten. Außerdem werden Fotos, Filme und Texte entkontextualisiert und in anderen Zusammenhängen gebraucht. Beispiele hierfür sind unter anderem „Ukraine Nazi Kids – Nazi-Kinder Ukraine“, „Eine Nachricht an Deutschland – Die Zeit ist gekommen“ oder „Triumph der ukrainischen Demokratie“.

Diesem Trend entgegenzuwirken hat sich die Kampagne „Die Erben der Rose“ unter dem Motto „Stoppt Hass-Propaganda! Erst prüfen, dann teilen.“ zum Ziel gesetzt. Es ist die erste bundesweite Kampagne gegen Hass-Propaganda in den sozialen Netzwerken, die Nutzer von Facebook und Co. dafür sensibilisieren möchte, sich nicht zum Handlanger viraler Hetze im Netz machen zu lassen. Träger der Kampagne ist der Verein „Neues Potsdamer Toleranzedikt“, der sich für einen bewussteren Umgang mit den Inhalten der Social Networks einsetzt und für die Verbreitung der Kampagne wirbt. Die Initiatoren der Idee, Clemens Maria Haas (Komponist und Musiker bei SanVentura) und Claudia Mielke (Regisseurin und Multimedia-Produzentin), setzen die Kampagne mit Tools zur Erkennung von Hass-Propaganda, dem Kampagnendesign, einem Musikvideo und dem Lied „Die Erben der Rose“ inhaltlich um.

In diesem Lied nimmt Clemens Maria Haas Bezug auf die Widerstandsgruppe um die Geschwister Scholl, die sich zur Zeit des Nationalsozialismus gegen das Regime und seine propagandistischen Mittel einsetzten und dafür zum Tode verurteilt wurden.

Gefördert wird die Aktion auch im Rahmen des bundesweiten Programmes TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN. Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten wie Malu Dreyer (Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz), Prof. Dr. Winfried Bausback (Bayerischer Justirminister) sowie Martin Schulz (Präsident des Europäischen Parlaments), zählen zu den Unterstützern der Kampagne.

Wir finden, dass soviel Engagement super ist und eine breite Unterstützung in der Öffentlichkeit verdient hat! Außerdem hoffen wir, dass wir Euch für die Problematik propagandistischer Inhalte auf den Social Networks sensibiliseren konnten. Wenn Ihr Euch weiter mit der Kampagne befassen wollt, dann bietet zum Beispiel der heute anlaufende Workshop für Jugendliche unter dem Motto: „I don’t care? I don’t share!“ eine gute Gelegenheit dazu!

 

 


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