Gabriele Wessling über Final Cut Pro X

Videoschnitt mit Final Cut Pro X – unsere Expertin im Interview

Um Euch über spannende auf dem Laufenden zu halten, setze ich mich immer wieder mit Dozenten und Dozentinnen zusammen, die ich zu ihrem Fachgebiet interviewe.

Diese Woche habe ich mit Gabriele Weßling, unserer Dozentin und Expertin für „Final Cut Pro X“ gesprochen. Ich habe viele interessante Fakten über die Vorteile und Herausforderungen des Programms sowie über den Aufbau des Moduls bei cimdata erfahren. Die Infos, die sie mir gegeben hat, möchte ich natürlich mit euch teilen. Videoschnitt-Interessierte und alle, die es werden könnten, aufgepasst!

 


Was muss man über Final Cut Pro X wissen? Von wem ist das Programm und an wen richtet es sich?

Final Cut Pro X ist von Apple und läuft nur auf Macintosh Rechnern, die aber im Videobereich oder generell im Medienbereich ja ohnehin sehr verbreitet sind. Es richtet sich an den Anwender, der kleine YouTube Videos schneiden möchte, genauso wie an Profis, die damit große Produktionen erstellen – Hollywoodproduktionen werden mittlerweile auch wieder mit Final Cut Pro X geschnitten.

Du sagst ´wieder´?

Ja, denn es hatte lange Zeit – und hat teilweise noch immer – das Image, dass es nicht professionell einsetzbar ist, was sich allerdings sehr geändert hat. Die erste Version der neuen Version von Final Cut war nicht zu gebrauchen, aber das hat sich massiv geändert und das Programm wird nun an verschiedensten Stellen wieder professionell eingesetzt. Da hat Apple auf die Verbesserungsvorschläge und Anregungen der Anwender gehört, und baut weitere professionelle Funktionen ein. Bisher war jedes Update umsonst und man sieht, die Entwicklung geht in eine umkomplizierte Weise des Schneidens. Heute, nach 16 Updates, ist Final Cut wieder so voll einsatzfähig wie jedes andere professionelle Schnittprogramm. Dazu kommt, dass es rasant schnell und intuitiv zu bedienen ist. Apple hat da meines Erachtens nach die Nase ganz weit vorn.

Du hast gerade schon genannt, dass das Programm sehr schnell ist – was sind denn die Vorteile von Final Cut Pro X? Worin unterscheidet es sich von anderen Schnittprogrammen?

Es hat eine wirklich sehr ausgereifte Medienverwaltung. Man kann sein Material, wo ja bei Großproduktionen eine Unmenge von zusammen kommt, wunderbar strukturieren und sortieren. Man verbringt als Cutter sehr viel weniger Zeit mit der Suche nach Material, als in anderen Schnittprogrammen. Und dann gibt es Features, wie Multicamschnitt, automatische Synchronisation von Bild und Ton, komfortabler Umgang mit Effekten und Farbkorrektur. Außerdem unterstützt es alle gängigen Videoformate.

Ist Final Cut schnell erlernbar oder eher für Profis gedacht?

Es hat seine Fallstricke. Auf den ersten Blick erscheint es erst einmal ganz einfach, weil es von der Oberfläche her ein bisschen an „iMovie“ angelehnt ist und über alle professionellen Funktionen verfügt, aber es hat auch ganz schöne Tiefen.

Was gibt es denn für Herausforderungen bei der Verwendung?

Es ist die interne Medienverwaltung, mit der man sich wirklich auseinander setzen muss. Final Cut basiert auf einem ausgereiften Datenbankprinzip, wo sofort jeder Arbeitsschritt gespeichert wird. Man muss sich damit befassen, damit man Final Cut optimal einsetzen kann.

Gibt’s denn einen großen Film, der mit Final Cut geschnitten wurde?

Ja, zum Beispiel „Focus“ mit Will Smith, der gerade in den Kinos läuft. Der Regisseur hat erwähnt, dass er den nächsten Film auch wieder mit Final Cut schneiden will.

Kommen wir auf cimdata zu sprechen. Wer sitzt denn so in deinen Kursen?

Hier sitzen immer sehr unterschiedliche Leute. Es gibt einige, die noch gar nichts mit Videoschnitt zu tun hatten, bis hin zu Profis, die gern ein anderes Schnittprogramm kennenlernen wollen. Aber auch Fotografen finden den Weg in meine Kurse. Für sie wird es immer wichtiger sich mit dem Thema Video auseinander zu setzen. Das gleiche gilt für Leute aus dem Marketing, gerade im Bereich der Social Media ist Video nicht mehr wegzudenken.

Und wie ist das Modul aufgebaut? Wo liegen die Schwerpunkte?

In den ersten drei Wochen des Moduls nehmen wir das gesamte Programm durch, schauen noch ein bisschen in andere Programme rein, die Final Cut tangieren. Dazu gehören Einblicke in Motion, oder in den professionellen Export mit dem Kompressor. Das sind Programme, die eigentlich mit zu Final Cut gehören, aber trotzdem eigenständig sind. Dann behandeln wir noch die Themen Farbkorrektur, Arbeit mit Texten, mit Effekten und natürlich schauen wir auch in die ganzen Basics für den Schnitt hinein: Organisation der Medien, Trimmen in der Timeline, Ton anlegen, Multicameraschnitt.

Ziel ist, dass man am Ende dieser drei Wochen ein hochwertiges Projekt eigenständig erstellen kann. Dafür werden die letzten vier Tage dann auch genutzt. Mit eigenem Material wird das Theoretische aus den ersten drei Wochen umgesetzt. Ich kann auch Material stellen, aber die meisten verwenden ihr eigenes, das sie dann selbstständig importieren, schneiden und vertonen. Es wird mit Titeln und Effekten belegt und durch Farbbearbeitung aufgewertet. Am Ende wird es dann exportiert, so dass man es theoretisch direkt auf YouTube, Vimeo oder ähnlichem hochladen könnte.

Danke Gabriele, für die Informationen!


Wer sich tiefergehend für das Programm Final Cut Pro X interessiert oder einfach ein Handbuch zum Nachlesen gebrauchen kann, dem empfehlen wir Gabriele Weßlings Buch „Final Cut Pro X 10.2 – Das Handbuch zum professionellen Videoschnitt am Mac“. Weitere Informationen zu dem Modul Final Cut Pro X, Videoschnitt gibt´s auf cimdata.de.


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