Interview Anette Koroll

cimdata – und danach?

Wir setzen unsere Reihe fort. Diesmal gibt es ein Ehemaligenportät im wahrsten Sinne des Wortes. Annette Koroll ist Fotografin und hat im Jahr 2009 eine Weiterbildung bei cimdata absolviert. Kurz danach machte sie sich mit einem eigenen Fotostudio selbstständig.

Wollten Sie schon immer Fotografin werden?

Schon ziemlich lange, ja. Das war eigentlich ziemlich bald mein Traumberuf.

Können Sie Ihren Werdegang kurz erläutern?

Nach der Schule habe ich eine Lehre als Fotografin gemacht. Das war hier in Berlin bei einem Werbefotografen. Als ich damit fertig war, habe ich für ein paar Jahre bei einem anderen Werbefotografen gearbeitet. Zwischenzeitlich war ich dann noch bei einer Digital Druckerei angestellt, das war überwiegend Arbeit am Computer. Es folgten mit Unterbrechung zwei Kinderpausen und anschließend arbeitete ich zum ersten Mal bei einer Porträtfotografin. Da habe ich gemerkt, dass ich Porträtfotografie viel spannender finde, als Werbefotografie und Produktfotos. Dort arbeitete ich bis ich mich 2009 selbstständig machte.

Und wie kam der Wunsch sich selbstständig zu machen?

Der Wunsch war so ein bisschen aus der Not heraus. Ich wurde gekündigt, weil sie mich nicht mehr bezahlen konnten. Zufällig wurden hier dann auch Räume frei, die ganz gut bezahlbar waren. Und dann dachte ich, es wäre vielleicht ein guter Moment um mich selbstständig zu machen.

Gab es Schwierigkeiten auf dem Weg in die Selbstständigkeit?

Nein, eigentlich ist es mir recht leicht gefallen. Das Ganze, von der Idee bis zur Umsetzung hat sich innerhalb eines halben Jahres abgespielt. Mein Konzept war relativ durchgeplant und ich habe mir Hilfe bei einer Unternehmensberaterin geholt, die sich angeschaut hat, wie sich die Zahlen entwickeln könnten und wie realistisch das Ganze ist. Ein Freund, der Architekt ist, hat mir dann beim Umbau des Ladens geholfen und durch diese Unterstützung lief das alles ganz gut.

2009, das Jahr in dem Sie sich selbstständig gemacht haben, war auch das Jahr in dem Sie bei cimdata waren. Wie hängt das zusammen?

Genau. Kurz bevor ich mich selbstständig gemacht habe, war ich für eine Weiterbildung bei cimdata. Ich war damals ja offiziell arbeitslos und habe diese Schulung bezahlt bekommen. Zu dem Zeitpunkt wusste ich schon, dass ich mich selbstständig machen will und habe deshalb unter anderem den Kurs „Betriebswirtschaft für Existenzgründer“ belegt. Davon konnte ich dann einiges mitnehmen.

Kommen wir auf die Situation heute zu sprechen. Was für Herausforderungen gibt es im Berufsalltag?

Naja, jeden Monat ist die Herausforderung, dass man es immer wieder schafft und dass das Geld reicht. Es läuft gut, aber trotzdem weiß man nie ganz genau, wie es weitergehen wird. Ich habe vor knapp drei Jahren noch zweite Räumlichkeiten mit dazu genommen, was natürlich die Kosten enorm gesteigert hat. Natürlich ist es auch eine Herausforderung damit fertig zu werden.

Nehmen wir an, es gibt aktuell eine/n cimdata-Teilnehmer/in, die den gleichen Wunsch hegt wie Sie, sich mit Fotografie selbstständig zu machen. Würden Sie es ihm/ihr empfehlen?

(Lacht.) Schwierige Frage. Was man braucht ist glaube ich unbedingt, Spaß daran zu haben und ein bisschen Glück spielt auch immer mit rein. Und natürlich das richtige Händchen.

Welche Art von Projekten macht Ihnen denn am meisten Spaß?

Besonderen Spaß macht es mir Kinder zu fotografieren. Das ist immer schön, weil man nie genau weiß was passiert.

Aber ich mag es auch gern, Firmen zu fotografieren. Die Mitarbeiter/innen und Räumlichkeiten…es ist spannend, immer wieder an neue Orte zu kommen. Ob Zahnarztpraxis oder Anwaltskanzlei, man lernt immer wieder was Neues.

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.