Hier ist Kreativität gefragt. Absolventen der Ausbildung Mediengestaltung Digital & Print wandeln ihre Ideen am Computer in informative und ansprechende Produkte um. Sie planen, visualisieren und erstellen Grafiken für den Einsatz in Digital- und Printmedien wie Zeitschriften, Flyer, Poster, Werbung und Beschilderung.

Aber wie genau sieht die tägliche Arbeit von Mediengestaltern*innen Digital & Print aus? Wir haben unsere Absolventin Noémie gefragt. Im nachfolgenden Interview berichtet uns Noémie, selbstständige Mediengestalterin Digital & Print, über ihren Werdegang nach der Ausbildung bei cimdata und ihr Berufsfeld.

Sophie: Vielleicht fangen wir einfach mal von vorne an: Du hast deine Ausbildung hier bei cimdata gemacht, …wie lange ist das her?

Noémie: Ja genau, ich habe eine Ausbildung zur Mediengestalterin Digital & Print hier bei cimdata gemacht. Das war 2016 bis 2018 im Rahmen einer Bildungsmaßnahme beim Jobcenter. Im Winter 2017 habe ich dann meine IHK-Prüfung absolviert.


Sophie:
Das ist ja schon etwas her, was hast du seitdem gemacht?

Noémie: Im Anschluss an meine Prüfung hatte ich noch den zweiten Teil meines Praktikums bei Fulbright Germany. Fulbright Germany ist eine internationale Organisation, die grenzübergreifende Bildungsprogramme durch akademischen Austausch insbesondere zwischen Deutschland und den USA unterstützt und ermöglicht. Dort habe ich ein Corporate Design für ein internationales Event gemacht. Das lief bis März/April 2018. Danach kam mir erstmals der konkrete Gedanke mich selbstständig zu machen. Den Wunsch hatte ich schon seit ein paar Jahren, aber so ein Vorhaben braucht Zeit.

Parallel habe ich weiterhin Aufträge gesucht und versucht eine Anstellung zu finden. Viele meiner Bewerbungen haben nicht geklappt, ich war lange arbeitssuchend.

Sophie: Und wie bist du dann zu einem AVGS-Coaching gekommen?

Noémie: Ich brauchte dringend eine Website! Ich bin also mit einem sehr konkreten Bedarf zu dem Coaching erschienen. Ich fand, dass mein Lebenslauf nicht ausreichte, war unsicher mit meiner Bewerbung als Mediengestalterin und wusste nicht genau, wie ich mich verkaufen sollte. Eine Website macht mich in meinem Beruf glaubwürdiger und gibt mir viel Platz, um meine Arbeit zu präsentieren und mein Portfolio aufzubauen.

Mit diesem konkreten Ziel bin ich zum Jobcenter gegangen und die haben verstanden, dass eine eigene Webseite für mich sinnvoll und notwendig ist. Das Coaching hat mich außerdem darin unterstützt, meine Ziele zu setzen und zu erkennen, dass ich auch Illustratorin und Comiczeichnerin bin. Ich habe also einen AVGS ausgestellt bekommen.

„Ich würde es jedem empfehlen, so früh wie möglich, am besten schon in der Ausbildung, mit dem Aufbau einer eigenen Website zu beginnen. Eine Website dauert immer Zeit, da steckt viel Arbeit und Mühe drin. Eine Website ist wirklich relevant für die Karriere eines Mediengestalters/einer Mediengestalterin, weil sie als erweiterte Visitenkarte fungiert.“

Sophie: Das AVGS Coaching hast du ja bei unserer Karriereberaterin Ortrun Meißner gemacht, oder? Wie genau wurde dir da bei der Erstellung deiner Website geholfen?

Noémie: Ja genau, bei Ortrun und Farid Rivas. Rein technisch hat Farid mir beim Aufbau viel geholfen, unterstützt wurde ich aber auch dabei, mein Profil als Mediengestalterin zu schärfen – da hat mir Ortrun viel geholfen. Im Oktober 2018 ist dann endlich meine Website online gegangen. Nun hatte ich eine eigene Präsentationsfläche meiner Projekte. Daraufhin hat sich dann alles besser entwickelt – das war ein großer Schritt Richtung Selbstständigkeit. Ich habe die ersten positiven Rückmeldungen von Kunden bekommen, aber immer noch fehlten längere Aufträge oder eine feste Arbeitsstelle.

Im Februar 2019 habe ich dann gleich drei Angebote an einem Tag bekommen. Das war total verrückt. Die ganze Zeit kommt nichts und auf einmal, zack, rieseln die Aufträge ein. Das Angebot war für einen Job als Grafikerin für drei verschiedene Aufträge. Zu dem Zeitpunkt war ich noch nicht als selbstständig beim Finanzamt gemeldet. Aber mir war klar, dass das eine Riesenchance für mich ist und ich die drei Anfragen annehmen muss. Die Aufträge waren also genau die richtige Motivation meine Selbstständigkeit schnell voranzutreiben.

 


Noémies Website

Sophie: Wie lange hat das gedauert, dich selbstständig zu machen? Wo bekommt man Hilfe?

Noémie: Die Anmeldung beim Finanzamt hat drei Wochen gedauert, es ging sehr schnell. Aber es gehört natürlich viel mehr zur Selbstständigkeit und ich befinde mich immer noch in der Phase, wo ich über mein Konzept, meine Positionierung und meinen Preiskatalog nachdenke. Zudem bin ich in einem großen Netzwerk von internationalen Künstler*innen. Da bekomme ich viel Input, kann mich gut austauschen und lerne viel. Als Freelancerin muss man organisiert sein und sich mit seinem Zeitmanagement auseinandersetzen. Gerade am Anfang kann das kompliziert werden und man braucht Unterstützung. Die bekommt man von Vereinen, Netzwerken und Gruppen oder eben einem AVGS-Coaching – Bei Rechtsfragen unterstützt auch das Finanzamt.

Sophie: Was genau machst du als Mediendesignerin? Hast du dich spezialisiert?

Noémie: Ich bin Grafikdesignerin, Illustratorin und Comiczeichnerin. Das sind die drei großen Komponenten meiner Arbeit im Moment. Langfristig möchte ich aus der Grafikschiene rauskommen. Als Illustratorin zu arbeiten kombiniert die beiden Aspekte für mich, aber mein Traumjob wäre es, als Comiczeichnerin zu arbeiten. Als Comiczeichnerin habe ich ein Fanzine [Anmerkung der Redaktion: Ein Fanzine (Mischung aus Fan und Magazin oder -zine) ist eine Zeitschrift für Fans bestimmter Personen, Sachen oder Themen] mit der Illustratorin Zora Sauerteig in die Welt gebracht, mit dem Namen: LOVE. Die dritte Ausgabe kommt Mitte November raus und eine Release Party ist für Februar 2020 geplant. Wir sind sehr stolz drauf! Zum Thema Comics habe ich Mitte Oktober auch mit 40 Illustrator*innen und Comiczeichner*innen am 24-Stunden-Comic am Wannsee im Literarischen Colloquium Berlin teilgenommen. Es war fantastisch!

 

Sophie: Du arbeitest ja als selbstständige Mediendesignerin – arbeitest du von zuhause oder aus einem Büro?

Noémie: Ich arbeite von zuhause oder treffe mich zu Coworking-Sessions mit anderen Künstler*innen. Regelmäßig gehen wir entweder in die Bibliothek, selten auch in Cafés oder zu jemandem nach Hause. Ich hoffe zudem, dass ich ab Januar eine Werkstatt bekomme auf die ich mich gerade bewerbe.

Sophie: Das motiviert bestimmt sehr, sich in der Gruppe zu treffen, um zu arbeiten? Wie bist du auf die Leute gekommen? Über Netzwerke oder aus dem Freundeskreis?

Noémie: Ich kann es nur sehr empfehlen, als Freelancer nicht ausschließlich alleine zu arbeiten. Für mich ist das nichts, den ganzen Tag alleine vorm Rechner zu sitzen. Viele, mit denen ich mich zum Arbeiten verabrede, kenne ich aus meinem Freundeskreis. Sie arbeiten auch selbstständig in der Kunst- oder Kulturbranche. Darüber hinaus bin ich noch in zwei Netzwerken aktiv. Zum einen WeTek, eine kreative Werkstatt für Künstler*innen im Prenzlauer Berg und zum anderen bin in vielen Comic-Kreisen involviert.


Sophie:
Du hattest von einer Comic-Messe erzählt. Wie genau hast du da mitgewirkt?

Noémie: Ja genau von der Comic Invasion Berlin habe ich dir erzählt. Wir hatten da einen Stand mit der Comicwerkstatt, das ist ein Comic-Kurs in der Volkshochschule Kreuzberg. Mit den beiden Dozenten, Elke Steiner und Dirk Schwieger, haben wir auf der Messe unsere Comics und Zines verkauft. Das war der perfekte Moment zum Networking und Austausch mit anderen Comiczeichnern der Szene. Das war ein tolles Festival.

 

Sophie: Die Tage waren bestimmt auch anstrengend, oder?

Noémie: Ja, es steckte viel Vorbereitung in der Comic Invasion Berlin, denn wir haben die Comic-Hefte selbst gedruckt und gebunden. Der gesamte Druckprozess war Do-it-Yourself – aber alles lief wunderbar, das Wetter war toll, die Veranstaltung war sehr gut besucht und wir hatten sehr viel Spaß.

 

Sophie: Das klingt nach einem schönen Festival. Du hast mir heute auch was mitgebracht, oder?

Noémie: Ja genau ich habe dir ein paar Arbeiten von mir mitgebracht, die unten in der Galerie gezeigt werden.

 

Sophie: Vielen Dank für deine Zeit, das Interview und den tiefen Einblick in deinen Alltag.

So findet ihr Noémie:



Hier ist Kreativität gefragt. Absolventen der Ausbildung Mediengestaltung Digital & Print wandeln ihre Ideen am Computer in informative und ansprechende Produkte um. Sie planen, visualisieren und erstellen Grafiken für den Einsatz in Digital- und Printmedien wie Zeitschriften, Flyer, Poster, Werbung und Beschilderung.

Aber wie genau sieht die tägliche Arbeit von Mediengestaltern*innen Digital & Print aus? Wir haben unsere Absolventin Noémie gefragt. Im nachfolgenden Interview berichtet uns Noémie, selbstständige Mediengestalterin Digital & Print, über ihren Werdegang nach der Ausbildung bei cimdata und ihr Berufsfeld.

Sophie: Vielleicht fangen wir einfach mal von vorne an: Du hast deine Ausbildung hier bei cimdata gemacht, …wie lange ist das her?

Noémie: Ja genau, ich habe eine Ausbildung zur Mediengestalterin Digital & Print hier bei cimdata gemacht. Das war 2016 bis 2018 im Rahmen einer Bildungsmaßnahme beim Jobcenter. Im Winter 2017 habe ich dann meine IHK-Prüfung absolviert.


Sophie:
Das ist ja schon etwas her, was hast du seitdem gemacht?

Noémie: Im Anschluss an meine Prüfung hatte ich noch den zweiten Teil meines Praktikums bei Fulbright Germany. Fulbright Germany ist eine internationale Organisation, die grenzübergreifende Bildungsprogramme durch akademischen Austausch insbesondere zwischen Deutschland und den USA unterstützt und ermöglicht. Dort habe ich ein Corporate Design für ein internationales Event gemacht. Das lief bis März/April 2018. Danach kam mir erstmals der konkrete Gedanke mich selbstständig zu machen. Den Wunsch hatte ich schon seit ein paar Jahren, aber so ein Vorhaben braucht Zeit.

Parallel habe ich weiterhin Aufträge gesucht und versucht eine Anstellung zu finden. Viele meiner Bewerbungen haben nicht geklappt, ich war lange arbeitssuchend.

Sophie: Und wie bist du dann zu einem AVGS-Coaching gekommen?

Noémie: Ich brauchte dringend eine Website! Ich bin also mit einem sehr konkreten Bedarf zu dem Coaching erschienen. Ich fand, dass mein Lebenslauf nicht ausreichte, war unsicher mit meiner Bewerbung als Mediengestalterin und wusste nicht genau, wie ich mich verkaufen sollte. Eine Website macht mich in meinem Beruf glaubwürdiger und gibt mir viel Platz, um meine Arbeit zu präsentieren und mein Portfolio aufzubauen.

Mit diesem konkreten Ziel bin ich zum Jobcenter gegangen und die haben verstanden, dass eine eigene Webseite für mich sinnvoll und notwendig ist. Das Coaching hat mich außerdem darin unterstützt, meine Ziele zu setzen und zu erkennen, dass ich auch Illustratorin und Comiczeichnerin bin. Ich habe also einen AVGS ausgestellt bekommen.

„Ich würde es jedem empfehlen, so früh wie möglich, am besten schon in der Ausbildung, mit dem Aufbau einer eigenen Website zu beginnen. Eine Website dauert immer Zeit, da steckt viel Arbeit und Mühe drin. Eine Website ist wirklich relevant für die Karriere eines Mediengestalters/einer Mediengestalterin, weil sie als erweiterte Visitenkarte fungiert.“

Sophie: Das AVGS Coaching hast du ja bei unserer Karriereberaterin Ortrun Meißner gemacht, oder? Wie genau wurde dir da bei der Erstellung deiner Website geholfen?

Noémie: Ja genau, bei Ortrun und Farid Rivas. Rein technisch hat Farid mir beim Aufbau viel geholfen, unterstützt wurde ich aber auch dabei, mein Profil als Mediengestalterin zu schärfen – da hat mir Ortrun viel geholfen. Im Oktober 2018 ist dann endlich meine Website online gegangen. Nun hatte ich eine eigene Präsentationsfläche meiner Projekte. Daraufhin hat sich dann alles besser entwickelt – das war ein großer Schritt Richtung Selbstständigkeit. Ich habe die ersten positiven Rückmeldungen von Kunden bekommen, aber immer noch fehlten längere Aufträge oder eine feste Arbeitsstelle.

Im Februar 2019 habe ich dann gleich drei Angebote an einem Tag bekommen. Das war total verrückt. Die ganze Zeit kommt nichts und auf einmal, zack, rieseln die Aufträge ein. Das Angebot war für einen Job als Grafikerin für drei verschiedene Aufträge. Zu dem Zeitpunkt war ich noch nicht als selbstständig beim Finanzamt gemeldet. Aber mir war klar, dass das eine Riesenchance für mich ist und ich die drei Anfragen annehmen muss. Die Aufträge waren also genau die richtige Motivation meine Selbstständigkeit schnell voranzutreiben.

 


Noémies Website

Sophie: Wie lange hat das gedauert, dich selbstständig zu machen? Wo bekommt man Hilfe?

Noémie: Die Anmeldung beim Finanzamt hat drei Wochen gedauert, es ging sehr schnell. Aber es gehört natürlich viel mehr zur Selbstständigkeit und ich befinde mich immer noch in der Phase, wo ich über mein Konzept, meine Positionierung und meinen Preiskatalog nachdenke. Zudem bin ich in einem großen Netzwerk von internationalen Künstler*innen. Da bekomme ich viel Input, kann mich gut austauschen und lerne viel. Als Freelancerin muss man organisiert sein und sich mit seinem Zeitmanagement auseinandersetzen. Gerade am Anfang kann das kompliziert werden und man braucht Unterstützung. Die bekommt man von Vereinen, Netzwerken und Gruppen oder eben einem AVGS-Coaching – Bei Rechtsfragen unterstützt auch das Finanzamt.

Sophie: Was genau machst du als Mediendesignerin? Hast du dich spezialisiert?

Noémie: Ich bin Grafikdesignerin, Illustratorin und Comiczeichnerin. Das sind die drei großen Komponenten meiner Arbeit im Moment. Langfristig möchte ich aus der Grafikschiene rauskommen. Als Illustratorin zu arbeiten kombiniert die beiden Aspekte für mich, aber mein Traumjob wäre es, als Comiczeichnerin zu arbeiten. Als Comiczeichnerin habe ich ein Fanzine [Anmerkung der Redaktion: Ein Fanzine (Mischung aus Fan und Magazin oder -zine) ist eine Zeitschrift für Fans bestimmter Personen, Sachen oder Themen] mit der Illustratorin Zora Sauerteig in die Welt gebracht, mit dem Namen: LOVE. Die dritte Ausgabe kommt Mitte November raus und eine Release Party ist für Februar 2020 geplant. Wir sind sehr stolz drauf! Zum Thema Comics habe ich Mitte Oktober auch mit 40 Illustrator*innen und Comiczeichner*innen am 24-Stunden-Comic am Wannsee im Literarischen Colloquium Berlin teilgenommen. Es war fantastisch!

 

Sophie: Du arbeitest ja als selbstständige Mediendesignerin – arbeitest du von zuhause oder aus einem Büro?

Noémie: Ich arbeite von zuhause oder treffe mich zu Coworking-Sessions mit anderen Künstler*innen. Regelmäßig gehen wir entweder in die Bibliothek, selten auch in Cafés oder zu jemandem nach Hause. Ich hoffe zudem, dass ich ab Januar eine Werkstatt bekomme auf die ich mich gerade bewerbe.

Sophie: Das motiviert bestimmt sehr, sich in der Gruppe zu treffen, um zu arbeiten? Wie bist du auf die Leute gekommen? Über Netzwerke oder aus dem Freundeskreis?

Noémie: Ich kann es nur sehr empfehlen, als Freelancer nicht ausschließlich alleine zu arbeiten. Für mich ist das nichts, den ganzen Tag alleine vorm Rechner zu sitzen. Viele, mit denen ich mich zum Arbeiten verabrede, kenne ich aus meinem Freundeskreis. Sie arbeiten auch selbstständig in der Kunst- oder Kulturbranche. Darüber hinaus bin ich noch in zwei Netzwerken aktiv. Zum einen WeTek, eine kreative Werkstatt für Künstler*innen im Prenzlauer Berg und zum anderen bin in vielen Comic-Kreisen involviert.


Sophie:
Du hattest von einer Comic-Messe erzählt. Wie genau hast du da mitgewirkt?

Noémie: Ja genau von der Comic Invasion Berlin habe ich dir erzählt. Wir hatten da einen Stand mit der Comicwerkstatt, das ist ein Comic-Kurs in der Volkshochschule Kreuzberg. Mit den beiden Dozenten, Elke Steiner und Dirk Schwieger, haben wir auf der Messe unsere Comics und Zines verkauft. Das war der perfekte Moment zum Networking und Austausch mit anderen Comiczeichnern der Szene. Das war ein tolles Festival.

 

Sophie: Die Tage waren bestimmt auch anstrengend, oder?

Noémie: Ja, es steckte viel Vorbereitung in der Comic Invasion Berlin, denn wir haben die Comic-Hefte selbst gedruckt und gebunden. Der gesamte Druckprozess war Do-it-Yourself – aber alles lief wunderbar, das Wetter war toll, die Veranstaltung war sehr gut besucht und wir hatten sehr viel Spaß.

 

Sophie: Das klingt nach einem schönen Festival. Du hast mir heute auch was mitgebracht, oder?

Noémie: Ja genau ich habe dir ein paar Arbeiten von mir mitgebracht, die unten in der Galerie gezeigt werden.

 

Sophie: Vielen Dank für deine Zeit, das Interview und den tiefen Einblick in deinen Alltag.

So findet ihr Noémie:




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Interview mit einer Absolventin der Mediengestaltung Digital & Print

Hier ist Kreativität gefragt. Absolventen der Ausbildung Mediengestaltung Digital & Print wandeln ihre Ideen am Computer in informative und ansprechende Produkte um. Sie planen, visualisieren und erstellen Grafiken für den Einsatz in Digital- und Printmedien wie Zeitschriften, Flyer, Poster, Werbung und Beschilderung.

Aber wie genau sieht die tägliche Arbeit von Mediengestaltern*innen Digital & Print aus? Wir haben unsere Absolventin Noémie gefragt. Im nachfolgenden Interview berichtet uns Noémie, selbstständige Mediengestalterin Digital & Print, über ihren Werdegang nach der Ausbildung bei cimdata und ihr Berufsfeld.

Sophie: Vielleicht fangen wir einfach mal von vorne an: Du hast deine Ausbildung hier bei cimdata gemacht, …wie lange ist das her?


Noémie: Ja genau, ich habe eine Ausbildung zur Mediengestalterin Digital & Print hier bei cimdata gemacht. Das war 2016 bis 2018 im Rahmen einer Bildungsmaßnahme beim Jobcenter. Im Winter 2017 habe ich dann meine IHK-Prüfung absolviert.


Sophie:
Das ist ja schon etwas her, was hast du seitdem gemacht?

Noémie: Im Anschluss an meine Prüfung hatte ich noch den zweiten Teil meines Praktikums bei Fulbright Germany. Fulbright Germany ist eine internationale Organisation, die grenzübergreifende Bildungsprogramme durch akademischen Austausch insbesondere zwischen Deutschland und den USA unterstützt und ermöglicht. Dort habe ich ein Corporate Design für ein internationales Event gemacht. Das lief bis März/April 2018. Danach kam mir erstmals der konkrete Gedanke mich selbstständig zu machen. Den Wunsch hatte ich schon seit ein paar Jahren, aber so ein Vorhaben braucht Zeit.

Parallel habe ich weiterhin Aufträge gesucht und versucht eine Anstellung zu finden. Viele meiner Bewerbungen haben nicht geklappt, ich war lange arbeitssuchend.

Sophie: Und wie bist du dann zu einem AVGS-Coaching gekommen?

Noémie: Ich brauchte dringend eine Website! Ich bin also mit einem sehr konkreten Bedarf zu dem Coaching erschienen. Ich fand, dass mein Lebenslauf nicht ausreichte, war unsicher mit meiner Bewerbung als Mediengestalterin und wusste nicht genau, wie ich mich verkaufen sollte. Eine Website macht mich in meinem Beruf glaubwürdiger und gibt mir viel Platz, um meine Arbeit zu präsentieren und mein Portfolio aufzubauen.

Mit diesem konkreten Ziel bin ich zum Jobcenter gegangen und die haben verstanden, dass eine eigene Webseite für mich sinnvoll und notwendig ist. Das Coaching hat mich außerdem darin unterstützt, meine Ziele zu setzen und zu erkennen, dass ich auch Illustratorin und Comiczeichnerin bin. Ich habe also einen AVGS ausgestellt bekommen.

"Ich würde es jedem empfehlen, so früh wie möglich, am besten schon in der Ausbildung, mit dem Aufbau einer eigenen Website zu beginnen. Eine Website dauert immer Zeit, da steckt viel Arbeit und Mühe drin. Eine Website ist wirklich relevant für die Karriere eines Mediengestalters/einer Mediengestalterin, weil sie als erweiterte Visitenkarte fungiert.“

Sophie: Das AVGS Coaching hast du ja bei unserer Karriereberaterin Ortrun Meißner gemacht, oder? Wie genau wurde dir da bei der Erstellung deiner Website geholfen?

Noémie: Ja genau, bei Ortrun und Farid Rivas. Rein technisch hat Farid mir beim Aufbau viel geholfen, unterstützt wurde ich aber auch dabei, mein Profil als Mediengestalterin zu schärfen – da hat mir Ortrun viel geholfen. Im Oktober 2018 ist dann endlich meine Website online gegangen. Nun hatte ich eine eigene Präsentationsfläche meiner Projekte. Daraufhin hat sich dann alles besser entwickelt – das war ein großer Schritt Richtung Selbstständigkeit. Ich habe die ersten positiven Rückmeldungen von Kunden bekommen, aber immer noch fehlten längere Aufträge oder eine feste Arbeitsstelle.

Im Februar 2019 habe ich dann gleich drei Angebote an einem Tag bekommen. Das war total verrückt. Die ganze Zeit kommt nichts und auf einmal, zack, rieseln die Aufträge ein. Das Angebot war für einen Job als Grafikerin für drei verschiedene Aufträge. Zu dem Zeitpunkt war ich noch nicht als selbstständig beim Finanzamt gemeldet. Aber mir war klar, dass das eine Riesenchance für mich ist und ich die drei Anfragen annehmen muss. Die Aufträge waren also genau die richtige Motivation meine Selbstständigkeit schnell voranzutreiben.

 

Sophie: Wie lange hat das gedauert, dich selbstständig zu machen? Wo bekommt man Hilfe?

Noémie: Die Anmeldung beim Finanzamt hat drei Wochen gedauert, es ging sehr schnell. Aber es gehört natürlich viel mehr zur Selbstständigkeit und ich befinde mich immer noch in der Phase, wo ich über mein Konzept, meine Positionierung und meinen Preiskatalog nachdenke. Zudem bin ich in einem großen Netzwerk von internationalen Künstler*innen. Da bekomme ich viel Input, kann mich gut austauschen und lerne viel. Als Freelancerin muss man organisiert sein und sich mit seinem Zeitmanagement auseinandersetzen. Gerade am Anfang kann das kompliziert werden und man braucht Unterstützung. Die bekommt man von Vereinen, Netzwerken und Gruppen oder eben einem AVGS-Coaching – Bei Rechtsfragen unterstützt auch das Finanzamt.


Sophie: Was genau machst du als Mediendesignerin? Hast du dich spezialisiert?

Noémie: Ich bin Grafikdesignerin, Illustratorin und Comiczeichnerin. Das sind die drei großen Komponenten meiner Arbeit im Moment. Langfristig möchte ich aus der Grafikschiene rauskommen. Als Illustratorin zu arbeiten kombiniert die beiden Aspekte für mich, aber mein Traumjob wäre es, als Comiczeichnerin zu arbeiten. Als Comiczeichnerin habe ich ein Fanzine [Anmerkung der Redaktion: Ein Fanzine (Mischung aus Fan und Magazin oder -zine) ist eine Zeitschrift für Fans bestimmter Personen, Sachen oder Themen] mit der Illustratorin Zora Sauerteig in die Welt gebracht, mit dem Namen: LOVE. Die dritte Ausgabe kommt Mitte November raus und eine Release Party ist für Februar 2020 geplant. Wir sind sehr stolz drauf! Zum Thema Comics habe ich Mitte Oktober auch mit 40 Illustrator*innen und Comiczeichner*innen am 24-Stunden-Comic am Wannsee im Literarischen Colloquium Berlin teilgenommen. Es war fantastisch!

 

Sophie: Du arbeitest ja als selbstständige Mediendesignerin – arbeitest du von zuhause oder aus einem Büro?

Noémie: Ich arbeite von zuhause oder treffe mich zu Coworking-Sessions mit anderen Künstler*innen. Regelmäßig gehen wir entweder in die Bibliothek, selten auch in Cafés oder zu jemandem nach Hause. Ich hoffe zudem, dass ich ab Januar eine Werkstatt bekomme auf die ich mich gerade bewerbe.

Sophie: Das motiviert bestimmt sehr, sich in der Gruppe zu treffen, um zu arbeiten? Wie bist du auf die Leute gekommen? Über Netzwerke oder aus dem Freundeskreis?

Noémie: Ich kann es nur sehr empfehlen, als Freelancer nicht ausschließlich alleine zu arbeiten. Für mich ist das nichts, den ganzen Tag alleine vorm Rechner zu sitzen. Viele, mit denen ich mich zum Arbeiten verabrede, kenne ich aus meinem Freundeskreis. Sie arbeiten auch selbstständig in der Kunst- oder Kulturbranche. Darüber hinaus bin ich noch in zwei Netzwerken aktiv. Zum einen WeTek, eine kreative Werkstatt für Künstler*innen im Prenzlauer Berg und zum anderen bin in vielen Comic-Kreisen involviert.


Sophie:
Du hattest von einer Comic-Messe erzählt. Wie genau hast du da mitgewirkt?

Noémie: Ja genau von der Comic Invasion Berlin habe ich dir erzählt. Wir hatten da einen Stand mit der Comicwerkstatt, das ist ein Comic-Kurs in der Volkshochschule Kreuzberg. Mit den beiden Dozenten, Elke Steiner und Dirk Schwieger, haben wir auf der Messe unsere Comics und Zines verkauft. Das war der perfekte Moment zum Networking und Austausch mit anderen Comiczeichnern der Szene. Das war ein tolles Festival.

 

Sophie: Die Tage waren bestimmt auch anstrengend, oder?

Noémie: Ja, es steckte viel Vorbereitung in der Comic Invasion Berlin, denn wir haben die Comic-Hefte selbst gedruckt und gebunden. Der gesamte Druckprozess war Do-it-Yourself – aber alles lief wunderbar, das Wetter war toll, die Veranstaltung war sehr gut besucht und wir hatten sehr viel Spaß.

 

Sophie: Das klingt nach einem schönen Festival. Du hast mir heute auch was mitgebracht, oder?

Noémie: Ja genau ich habe dir ein paar Arbeiten von mir mitgebracht, die unten in der Galerie gezeigt werden.

 

Sophie: Vielen Dank für deine Zeit, das Interview und den tiefen Einblick in deinen Alltag.

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