Interview zum Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS)

AVGS steht für Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein. Was genau ist das? Und wer hat Anspruch auf den AVGS? Im folgenden Interview beantwortet uns Anja Vonrüty, Personalcoach & Projektleiterin bei cimdata, unsere Fragen. 

1.Wofür steht die Abkürzung AVGS und was genau ist das?
„Bis 2012 gab es den sogenannten „Vermittlungsgutschein“. Dieser wurde vom Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) abgelöst. Ein AVGS berechtigt zu einem individuellen Einzelcoaching mit der Zielstellung „Heranführung an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt“.
Wer im Besitz eines AVGS ist, kann sich einen Träger, genauer einen Coach suchen, mit dem er an der Zielstellung arbeitet. Bei cimdata impliziert das Coaching folgende Schwerpunkte: Profiling, berufliche Orientierung, Selbstvermarktung und Selbstmanagement.

Ein AVGS kann für 20 oder 30 Coaching-Einheiten á 45 Minuten ausgestellt werden. Die Dauer eines Coachings beträgt maximal 4 Monate. In der Regel finden wöchentlich 2 Termine statt.“

 2. Wer bekommt einen AVGS?
„Einen Rechtsanspruch auf einen AVGS hat, wer länger als sechs Wochen ALG I bezieht. Ansonsten liegt die Vergabe des AVGS im Ermessen des Jobcenters, bzw. der Arbeitsagentur.“

3. Wie bekommt man einen AVGS? Wo bekommt man Informationen oder auch Unterstützung?
„Ein AVGS wir von der Agentur für Arbeit und den Jobcentern ausgestellt. Bei Interesse einfach den Vermittler ansprechen.
Wenn man einen AVGS bekommt kann man sich einen Träger suchen, bei dem man das Coaching durchführen möchte. Selbstverständlich kann man sich auch vorab bei cimdata unverbindlich informieren und dann mit seinem Arbeitsvermittler über die Ausstellung eines AVGS sprechen.“

4. Wie kann ein AVGS bei der Suche nach einer Beschäftigung helfen?
„Wie schon erwähnt beschäftigt sich das Coaching u.a. mit den Themen berufliche Orientierung und Selbstvermarktung. Beides hat einen direkten Bezug zum Arbeitsmarkt. Bei der beruflichen Orientierung geht es darum, ein konkretes, realistisches und auch attraktives Ziel zu erarbeiten. Wenn das berufliche Ziel klar ist, kann im zweiten Schritt an der Umsetzungsstrategie gearbeitet werden. Im Einzelnen umfasst dies eine passgenaue Stellenrecherche, überzeugende Bewerbungsunterlagen und die Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Das heißt, während des Coachings ist der Kunde nahe am Arbeitsmarkt dran. Im besten Fall gelingt sogar eine Beschäftigungsaufnahme.“

Das persönliche Coaching

5. Wie läuft ein persönliches Coaching ab und was sind die Inhalte?
„Zunächst kann sich ein Interessent an eines unserer Institute wenden. Von dort wird der Kontakt zu einem Coach hergestellt. Dieser bietet dem Kunden einen unverbindlichen Kennenlerntermin an, um Fragen zum Coaching und zur Vorgehensweise zu klären. Da Coaching eine recht intensive und manchmal auf tiefgehende Zusammenarbeit bedeutet, sollte zwischen Coach und Kunde eine vertrauensvolle Arbeitsbeziehung möglich sein. Das setzt gegenseitige Sympathie voraus, d.h. das erste Kennenlernen dient vor allem auch dazu gegenseitig abzuklären, ob „die Chemie stimmt“.

Entscheidet sich der Kunde für ein Coaching, kann dieses virtuell an einem unserer Institute durchgeführt werden, oder auch von zu Hause aus. Dieses Vorgehen ist zeitsparend und ermöglicht, dass das Coaching gut in den Alltag integriert werden kann. In Berlin besteht zudem die Möglichkeit des klassischen Präsenzcoachings.

Die Inhalte des Coachings variieren entsprechend dem Bedarf und Anliegen des Kunden. Die einzelnen Themenbereiche wurden bereits erwähnt, allerdings ist gerade der Bereich Selbstmanagement sehr individuell. Hier kann es beispielsweise um einen besseren Umgang mit Stress gehen, um ein optimiertes Zeitmanagement oder auch um eine positivere Selbstwahrnehmung und Ausstrahlung.“

6. Was ist bei der Entscheidung für ein Coaching und für einen Coach wichtig?
„Coaching ist keine Berieselung, sondern aktive Arbeit und zwar in erster Linie für den Kunden. Die Motivation des Kunden ist daher das entscheidende Kriterium bei der Überlegung für oder gegen ein Coaching. Der Kunde muss für sich klären, ob er Lust hat, sich auf eine intensive Arbeit einzulassen und ob er überhaupt eine Veränderung in seinem Leben wünscht. Coaching ist ein Entwicklungsprozess, bei dem es darum geht, alte Pfade und Verhaltensmuster zu hinterfragen, gegebenenfalls zu verlassen und sich auf die Suche nach neuen Wegen, Zielen oder Lösungen zu machen. Das ist sehr spannend, aber manchmal auch anstrengend, weil man die eigene „Komfortzone“ verlassen muss.

Bei der Wahl des passenden Coaches ist meine Empfehlung auf sein Gefühl zu hören. Entscheidungshilfen können außerdem folgende Fragen sein: Ist der Coach vertrauenswürdig? Ist die Arbeitsweise transparent und nachvollziehbar? Sind die angewandten Methoden hilfreich? Fühle ich mich verstanden? Findet das Coaching in einem ungestörten, geschützten Rahmen statt?
Kann man diese Fragen mit „Ja“ beantworten, ist das eine gute Basis für eine erfolgreiche Coachingbeziehung.“

Lieben Dank für das Interview!

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