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Eigener Online Shop - Teil 4 - Rechtliche Grundlagen, Bezahlung, Testing

Die rechtlichen Grundlagen eines Onlineshops

Bevor Du mit dem Verkauf beginnen kannst, gibt es noch ein paar Dinge wie die rechtlichen Grundlagen Deines Online Shops und Versandinformationen, die eingerichtet werden müssen. Außerdem haben wir uns gefragt, welche Zahungsmöglichkeiten Du verwenden kannst, um Deinen eigenen Online Shop nutzerfreundlich zu gestalten. Der nächste Schritt sind aber zunächst die Allgemeinen Geschäftsbedingungen Deines Online Shops.

 

Überblick

AGBs Online Shop

Um Deine Website, Deinen Online Shop und Deine Kunden zu schützen, musst Du Deine Nutzungsbedingungen in einer klaren, einfachen und in einer leicht verständlichen Sprache angeben.

Warum benötigt Dein Online Shop AGBs?

Deine Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind eine Form der rechtlichen Vereinbarung und legen ausdrücklich die Verhaltensregeln zwischen Dir und den Kunden fest. Viele der Bedingungen dienen dem Schutz Deines Online Shops und können helfen, Probleme zu lösen. In den AGBs legst Du wichtige Aspekte zur Sicherung Deines Online Shops fest, wie beispielsweise das Verfahren bei Streitigkeiten zwischen Dir und Deinen Kunden. Sorgfältig ausgearbeitete AGBs helfen Vertrauen zu schaffen.

Du findest im Internet viele Vorlagen für Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGBs), die Du als Orientierung für Deine Website verwenden kannst. Bedenke, dass diese nur beispielhafte AGB-Texte sind, die unbedingt an Deinen Online Shop angepasst werden müssen. Die AGBs sind also enorm wichtig und die Texte sollten mit großer Sorgfalt erstellt werden, um keine Abmahnung zu riskieren. Vor der Verwendung der Texte sollten Du Dich von einem professionellen Rechtsanwalt beraten lassen.

 

Was sollten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für den E-Commerce beinhalten?

Klauseln, die ein Online Shop in den AGBs behandeln sollte:

  • Zustandekommen eines Vertrages
  • Nutzung des Online Shops
  • Vertragsschluss
  • Zahlungsbedingungen
  • Eigentumsvorbehalt
  • Lieferung
  • Widerrufsbelehrung
  • Datenschutz
  • Haftung und Gewährleistung

Impressum und Datenschutzerklärung für den E-Commerce

Für den eigenen Online Shop ist die Einhaltung rechtlicher Standards wichtig. Hierzu gehört eine Anbieterkennzeichnung oder auch Impressum genannt. Webseitenbetreiber sollten bei der Erstellung eines Impressums insbesondere auf die Pflichtangaben achten. Fehlende Angaben können schnell teure Konsequenzen haben.

Die folgenden Informationen müssen in jedem Impressum angegeben werden:

  • Vollständiger Name, Vorname und Anschrift des Anbieters
  • Angaben zur Kontaktaufnahme

Zudem sollten die Angaben regelmäßig auf auf Vollständigkeit und Aktualität überprüft werden.

Für den Erfolg Deines Online Shops und das Vertrauen der Kunden spielen der Datenschutz und die Datensicherheit eine Rolle. Am 25. Mai 2018 ist die neue Datenschutzgrundverordnung europaweit und ausnahmslos in Kraft getreten. Die DSGVO erhöht die Transparenz zum Umgang mit Daten für die Besucher der Website.

Die folgende Punkte musst Du in der Datenschutzerklärung auflisten:

  • Vorname, Name/Firma
  • Adresse (Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort, Land)
  • Geschäftliche E-Mail-Adresse
  • Geschäftsführer/Inhaber: Vorname/n, Namen/n (sofern vorhanden)
  • Link zum Impressum
  • Ab 10 Mitarbeitern muss ein/eine Datenschutzbeauftragte/r benannt werden, sowie mindestens die E-Mail-Adresse als Kontaktmöglichkeit.
  • Das Widerrufsrecht hinsichtlich der erteilten Einwilligung in die Verarbeitung personenbezogener Daten muss als gesonderter Punkt aufgeführt werden.
  • Informationen über den Zweck, Art und Umfang der Datenerhebung, -verarbeitung und -speicherung müssen aufgeführt werden.
  • Zusätzlich zur Offenlegung der Informationen über die eigene Verarbeitung der Daten (z. B. Kontaktformular und Newsletter) musst Du auch über die Verarbeitung von Daten, die durch Dritte veranlasst wird, informieren.
  • Hinweise zu den Löschfristen personenbezogener Daten
  • Zudem ist es zwingend notwendig, Nachweise über die Einwilligungen zu führen – in Schriftform und elektronisch protokolliert.
  • Bei Mehrsprachigkeit muss die Datenschutzerklärung in jeder verwendeten Sprache vorliegen.
  • Die DSGVO-konforme Datenschutzerklärung sollte von jeder Seite und Unterseite Deines Online Shops leicht erreichbar und mit mit höchstens zwei Klicks abrufbar sein.

Du solltest Deinen Online Shop auf jeden Fall von rechtlicher Seite prüfen lassen.

Wer Hilfe bei der Rechtstexterstellung benötigt, wird vielleicht hier fündig: Das Prinzip von Anbietern wie beispielsweise Protected Shops ist es, Online Shops mit aktuellen Rechtstexten zu versorgen. Das Standard Schutzpaket für einen Shop (ohne Zusatzverkäufe bei Ebay oder Amazon) kostet etwa 12 Euro* im Monat bei einem jährlichen Zahlungsintervall. Man bekommt dafür Rechtstexte inklusive AGBs, Widerrufsbelehrung, DSGVO-konforme Datenschutzerklärung, Impressum und Versandkosten/Zahlarten.

Paymentlösungen und Bezahlmethoden in Online Shops

Deine Produkte befinden sich nun in Deinem Online Shop und Deine AGBs sind rechtssicher und aktuell. Spätestens dann stellt sich Dir die Frage, wie Deine Kunden Dich bezahlen?

Im nächsten Schritt sprechen wir über die Einrichtung der Zahlungsmethoden. Dies ist ein wichtiger Teil der Umwandlung eines Besuchers Deines Online Shops in einen Käufer.

E-Commerce-Plattformen wie die SAAS-Lösung Shopify machen es den Shopbetreibern leicht. Durch gute Vorlagen und Kooperationen haben sie die Zahlungsprozesse optimiert, sodass kein großer Aufwand auf Deiner Seite entsteht. Hier geht es zum früheren Beitrag zur Übersicht der Shopsysteme aus dieser Artikelreihe.

Da Deine Kunden im Checkout am häufigsten den Kaufprozess abbrechen, sind in diesem Bereich eine gute Usability und ein vertrauensvolles Auftreten besonders wichtig. Hinzu kommt, dass Menschen gerne selbst entscheiden, wie sie bezahlen. Viele E-Commerce-Shops bieten ihren Kunden deswegen viele verschiedenen Zahlungsoptionen wie PayPal, Sofortüberweisung, Bezahlung auf Rechnung, Visa und Mastercard an. Denn viele Kunden schließen den Bestellprozess nicht ab, falls eine der von ihnen bevorzugten Zahlungsmethoden nicht angeboten wird. Je mehr Optionen Du Deinen Kunden gibst, desto mehr Kunden fühlen sich angesprochen. Damit gehst du einen wichtigen Schritt, um die Abbruchraten in Deinem Shop auf ein Minimum zu reduzieren.

Sobald Du eine Zahlungsmethode eingerichtet hast, sehen Deine Kunden diese an der Kasse bzw. dem Checkout-Prozess. Ist die vom Kunden bevorzugte Zahlungsoption nicht dabei, ist es wahrscheinlich, dass dieser abspringt und sich anderswo nach einem gleichwertigen Produkt umschaut.

Bei der Wahl der Zahlungsmethoden für Deinen Online Shop solltest Du gründlich in die Recherche investieren. Hier sind einige wichtige Hinweise für Deine Entscheidung. Die folgenden Dinge solltest Du wissen, wenn Du Deinem Online Shop Zahlungsoptionen hinzufügen möchtest:

  1. Passe Deine Zahlungsmethoden Deinen Käufern an. Hier hilft Dir Deine Marktanalyse. Wie viele Verkäufe erwartest Du? Wer kauft Deine Produkte? Überprüfe, welche Zahlungsmöglichkeiten Deine Mitbewerber anbieten und was bei den Kunden gut ankommt. Du kannst Dir dafür auch Forumsbeiträge und Kundenbewertungen über Deine Konkurrenz durchlesen. Umsetzen solltest Du dann die Best Practices, also die Zahlungsmethoden, die Deine Kunden am besten finden.
  2. Finde heraus, woher Deine Kunden kommen. Wenn Du Kunden aus verschiedenen Ländern hast, stelle sicher, dass Du die Bedürfnisse jeder Nationalität erfüllst. Käuferinnen und Käufer in China haben beispielsweise andere Zahlungspräferenzen als die in Deutschland.
  3. Es gilt immer die Kompatibilität des ausgewählten Bezahlsystems mit Deinem Shopsystem zu prüfen. Wähle die Zahlungsmethoden gemäß den Anforderungen Deines Online Shops, um die Anbindung an den Online Shop zu ermöglichen. Es muss eine offizielle Erweiterung existieren, welche über eine Schnittstelle (API) mit dem Bezahlsystem gekoppelt wird. Wenn diese Schnittstelle nicht vorhanden ist, musst Du mit erheblichen Kosten für eine individuelle Entwicklung einer solchen Schnittstelle an Dein Shopsystem rechnen.
  4. Informiere dich über die Preise der Zahlungsmethoden. Verschiedene Zahlungsmethoden sind mit unterschiedlichen Gebühren verbunden. Es gibt mehrere unterschiedliche Kostenpläne, welche sich je nach Bezahlsystem unterscheiden. Diese Gebühren setzen sich oft aus verschiedenen Komponenten zusammen. Viele Bezahlsysteme verlangen einen bestimmten Prozentsatz für jede Transaktion und haben spezielle Preisregelungen für verschiedene Umsatzschwellen. Nimm Dir also Zeit, sie zu entwirren, bevor Du dich festlegst.

    Verschiedene Zahlungsmethoden:Händlerkonto und Zahlungsportal – Du kooperierst mit einer Bank, die Zahlungen für Dich akzeptiert und das Geld auf Dein Geschäftskonto weiterleitet.

    • Kreditkartenzahlungen – Du nutzt einen Service, der in die Kasse Deines Geschäfts integriert ist. Der Käufer muss Deine Website nicht verlassen, um einen Kauf abzuschließen. 

    • PayPal/PayPal PLUS: Der Online-Zahlungsanbieter PayPal ist sehr beliebt bei Kunden und deswegen fast ein “Muss” für jeden Onlinehändler. In dem PayPal PLUS Paket können Deine Kunden zwischen den Zahlungsarten PayPal, Lastschrift, Kreditkarte und Kauf auf Rechnung (Letzteres nach vorhergehender Prüfung) auswählen. Im Paket ist auch ein Verkäuferschutz enthalten. PayPal wird von vielen Shopsystemen bereits als Modul angeboten oder kann manuell in Deinen Shop integriert werden. 

    • stripe: Ein weiterer Favorit für die Online-Zahlungsabwicklung ist die Software-Plattform stripe. Auch stripe ist geeignet für alle gängigen Shopsysteme auf dem Markt. stripe gibt Dir die Möglichkeit, von zahlreichen Verkäufern Zahlungen zu erhalten wie beispielsweise Apple Pay, Android Pay und vielen mehr. Die Vorteile dieser Paymentlösung liegen bei einem robusten API und der personalisierbaren Integration.

    • Payone: Das Online Bezahlsystem, das insbesondere auf den deutsche Markt zugeschnitten wurde, ist Payone. Dabei kannst Du aus vielen Zahlungsmöglichkeiten für Deinen Online Shop auswählen. Auch die Anbindung an die gängigen Shopsysteme ist einfach.

  5. Kompatibilität mit dem Zahlungssystem – Ein wichtiger Punkt ist die Kompatibilität Deines Online Shops mit den Richtlinien des Bezahlsystems. Einige Anbieter verarbeiten nur Zahlungen für den Verkauf von physischen Gütern – sodass beispielsweise Software, Hörbücher, Leistungen und viele mehr damit nicht unterstützt werden.

SSL-Zertifikate

Ein großer Vorteil für den Einsatz von Saas-Lösungen und Shop-Erweiterungen wie WordPress Hosting sind, dass SSL-Zertifikate inklusive sind. Das SSL-Zertifikat fügt eine spezielle Sicherheitsebene auf Deiner Website hinzu, so dass sensible Informationen wie Kreditkartennummern und andere persönliche Daten akzeptiert werden können. Die Webseite muss jedoch entsprechend konfiguriert sein, so dass sie als https geladen wird. Dies schützt die in Deinem Shop übermittelten Daten und Deine Kunden können sich beim Einkaufen in Deinem Online Shop sicher fühlen, weil sie wissen, dass ihre Daten geschützt sind. Auch Google bevorzugt https-Seiten und belohnt die Sicherheit eines Shop mit einem höheren Ranking.

Das grüne Vorhängeschloss vor der URL Deines Online Shops weist Deine Kunden auf die Sicherheit des Zahlungsprozesses hin.

Tipp: Auch die Logos der Zahlungsmethoden sollten sich auf der Zahlungsseite und auf der normalen Website befinden, um dem Käufer die maximale Transparenz bei der Bezahlauswahl zu bieten.

Testing Deines Online Shops

Nach der vielen harten Arbeit hast Du nun endlich den entscheidenden Moment erreicht und bist bereit, mit Deinem eigenen Online Shop online zu gehen. Jetzt stehen nur noch die letzten Tests an.

Beim Testen Deines Online Shops solltest Du Folgendes überprüfen:

  1. Funktioniert Dein Check-out?
    Wenn Du Deinen Online Shop testest, achte besonders auf den Bestellvorgang. Vergewissere Dich, dass…
    • die Bestellungen mit allen Zahlungsmethoden funktionieren.
    • die Versandoptionen deines Online Shops richtig und sichtbar sind.
    • die Artikel und Preise im Warenkorb korrekt sind.
    • die Steuern richtig angezeigt werden und standortabhängig angepasst werden.
    • Der einfachste Weg, Deine Kasse zu testen, ist, selbst eine Testbestellung aufzugeben und im Anschluss zu erstatten. Dies ist auch eine gute Gelegenheit, den Rückerstattungsprozess und die E-Mail-Benachrichtigungen zu testen.
  2. Vergewissere Dich, dass jede anklickbare Schaltfläche oder jeder Link Deines Online Shops funktioniert. Das Menü sollte leicht zu navigieren sein. Es sollte außerdem Dein Ziel sein, Deine Kunden auf kurzen Wegen (mit wenigen Klicks) zu ihrem Ziel zu bringen. Bitte Deine Freunde und Familie Deine Website zu testen und Dir Feedback zu geben.
  3. Teste die mobile Version Deiner Website. Die Website Deines Online Shops sollte auf allen Endgeräten Deiner Kunden funktionieren. Einfach Testen kannst Du über die Taste F12 oder einem Rechtsklick und dann auf “Untersuchen”. Hier kannst Du die mobile Seite testen. Dein Online Shop sollte auf Smartphone (Android und iPhone), Tablet und in der Desktopversion responsive sein.
  4. Teste Deine Website in den verschiedenen Browsern. Deine Kunden werden nicht nur unterschiedliche Endgeräte verwenden, sondern auch verschiedene Browser. Prüfe Deinen Online Shop in allen gängigen Browsern wie Chrome, Firefox, Safari und Internet Explorer/ Edge.

Den eigenen Online Shop erstellen – Die ausführliche Artikelserie

Infografik über das Testing eines Online Shops vor Livegang

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