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Dozentin Meike Schwabe beantwortet unsere Fragen zu Geoinformationssystemen

Geoinformationssysteme, kurz GIS, findet man überall im Alltag und die Einsatzgebiete sind sehr unterschiedlich.
Der Einsatz von GIS-Anwendungen hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und Kompetenzen im Bereich GIS sind in einer Vielzahl beruflicher Tätigkeitsfelder stark nachgefragt. Die Möglichkeiten, sich in dem Bereich weiterzubilden, sind vielfältig. Unsere Dozentin Meike Schwabe beantwortet uns im folgenden Interview unsere Fragen zu GIS und informiert uns zusätzlich über das vielfältige Weiterbildungsangebot im Bereich GIS bei cimdata.

1. Wofür braucht Otto Normalverbraucher Geoinformationssysteme im Alltag?
„GIS benötigt man im Alltag hauptsächlich zur Navigation und Orientierung. Das Navi im Auto oder Navigations- und Map-Apps auf dem Smartphone helfen heutzutage vielen Menschen bei der schnellen Orientierung unterwegs. Sie helfen vielen auch bei der Dokumentation von sportlichen Leistungen, wie zum Beispiel die Nutzung von GPS-Trackern zur Aufzeichnung der Jogging-Route. Standorte werden heute mit Fotos, die mit Geotags verstehen sind, dargestellt und helfen somit vielen Nutzern mit standortspezifischen Informationen. Somit ist GIS auch oft ein fester Bestandteil bei der Urlaubsvorbereitung.“

2. Was für Daten wertet GIS aus?
„GIS umfassen die Erhebung, Analyse, Auswertung und Visualisierung von räumlichen Daten. Diese Daten können in verschiedensten Formaten vorliegen, wie zum Beispiel txt, csv, Shapefile oder Rasterdaten. Auch die Art der Daten geht weit auseinander, so werden Wetterdaten, Brandereignisse, Standort von Gebäuden, Lage von Straßen und Flüssen, Vegetationsräume, sowie statistische Daten zu den verschiedensten Themen verwendet. Diese statistischen Daten können aktuelle Bevölkerungszahlen, die Arbeitslosenquote oder Einkommensstatistiken für verschiedene administrative Einheiten und vieles mehr sein.“

3. Was begeistert dich persönlich an GIS?
„Um mal Loriot abgewandelt zu zitieren: Ein Leben ohne GIS ist möglich, aber weniger aufschlussreich. Schlussendlich lassen sich fast alle uns umgebenden Informationen und Gegebenheiten räumlich verorten und damit in GIS analysieren, sei es zur Standortfindung und -analyse, zur Ermittlung von Risikogebieten (z.B. potentielle Überschwemmungsflächen), zur Schadensermittlung (z.B. nach Buschfeuern) oder zur Analyse von räumlichen Zusammenhängen aufgrund topographischer und sozioökonomischer Gegebenheiten.“

4. Welche Weiterbildungen im Bereich Geoinformationssysteme werden aktuell bei cimdata angeboten?
„Es werden aktuell drei Weiterbildungspakete im Bereich GIS mit insgesamt 13 unterschiedlichen Weiterbildungskursen angeboten. Es fängt an mit dem Weiterbildungspaket GIS, in Kombination GIS & CAD und als letztes GIS, HTML & Web-Mapping. Ein Weiterbildungspaket umfasst mehrere Kurse, die inhaltlich aufeinander abgestimmt sind mit einer jeweiligen Dauer von 4 Wochen. In dem viermonatigen Weiterbildungspaket GIS lernt man beispielsweise komplexe GIS-Fragestellungen zu analysieren und visualisieren. Man lernt, in den vier Kursen die Software ESRI ArcGIS in dem GIS – ArcGIS Grundkurs und GIS – ArcGIS Aufbaukurs kennen, sowie das Open Source Informationssystem QGIS und Web-Mapping.“

5. Warum ist es wichtig, bei GIS immer auf dem neusten Stand zu bleiben? Welche Rolle wird GIS in der Zukunft spielen?
„In den letzten 5-10 Jahren hat sich der GIS-Bereich unheimlich dynamisch und rasant entwickelt, sowohl bei den GIS-Anwendungen selbst, wie auch in der Fernerkundung und in der alltäglichen Technik. Das wird am besten am Beispiel von Smartphone Map-Apps und GPS-Trackern deutlich.
Die Bedeutung von GIS wird auch in Zukunft immer größer werden. Fast jede mittelständige bis große Firma hat eine Webseite, auf der zumindest der Standort mit Hilfe einer interaktiven Karte dargestellt wird.
Mit INSPIRE hat die EU eine gemeinsame Geodateninfrastruktur, die durch die INSPIRE-Richtlinien in ihrem rechtlichen Rahmen definiert ist, um die Nutzung von Geodaten in ganz Europa zu erleichtern.

Und, wie überall anders, gilt auch hier: Wissen ist Macht – je mehr Geodaten (und es werden täglich mehr!) vorhanden sind, desto effizienter können potenzielle Standorte ermittelt werden. Wichtige Erkenntnisse und Informationen für Katastrophenschutz und Risikoermittlung können gewonnen werden, das hilft zum Beispiel Rettungskräften, Versicherungen, oder der Immobilienbranche. Auch in der Planung werden GIS in der Zukunft eine wichtige Rolle spielen, beispielsweise bei einem geplanten Ausbau von Strom- und Telekommunikationsnetzen, Militäreinsätzen, oder beim Umweltschutz.“

Vielen Dank für das Interview!

Wenn ihr noch offene Fragen zu GIS und unserem Weiterbildungsangebot habt, dann meldet euch telefonisch oder per Mail gerne bei uns. Hier gehts zu unseren Kontaktdaten.

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